Suchtmittel am Arbeitsplatz

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Fragebogen

Mehr als 2 Ja-Antworten weisen auf eine Alkoholproblematik hin.

(aus dem Merkblatt der Lipha Initiative: Gemeinsam gegen Alkoholismus)

Suchtmittelmissbrauch am Arbeitsplatz

Der Konsum von Alkohol bildet einen selbstverständlichen Bestandteil unserer Gesellschaft und unserer Kultur. Wir nutzen ihn als Entspannungs- und Genußmittel, als Problemlöser, als Medizin, als "soziales Schmiermittel". Übersehen wird dabei oft, dass Alkohol auch ein Suchtpotenzial besitzt; mehr als 2,5 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland sind Alkoholabhängig, mehr als 40.000 Menschen sterben jährlich an den unmittelbaren Folgen ihres Alkohlkonsums.

Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich in der Regel über 5 bis 10 Jahre hinweg, sie ist eine chronische Krankheit mit tödlichem Verlauf. Gerade auch am Arbeitsplatz werden Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen auffällig - sie kommen zu spät, sie fehlen häufig, sie sind unzuverlässig, labil und gereizt. Das Umfeld, die Kolleginnen und Kollegen, aber auch die Vorgesetzten fühlen sich im Umgang mit einem Suchterkrankten oft überfordert, hilflos und ohnmächtig. Obwohl etwa 5-7 % aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Betrieben suchtmittelabhängig sind, wird dieser Themenbereich eher totgeschwiegen, erhalten die Betroffenen nicht die fachlich notwendige Hilfe, um die Erkrankung zum Stillstand zu bringen.
Auch arbeitsrechtliche und betriebswirtschaftliche Faktoren gilt es, im Auge zu behalten. So sind etwa 25 bis 30 % aller Betriebs- und Wegeunfälle alkohol- und/oder medikamentenbedingt, liegt das Unfallrisiko bei einem Wert von nur 0,8 Promille bereits 4,5-fach über dem normalen Risiko.

Gerade weil die Situation für Kollegium und Vorgesetzte so belastend ist, bedeutet es eine große Erleichterung, wenn es fachlich geschulte Ansprechpartner gibt, die Hilfestellung geben oder an kompetente Stellen weiter vermitteln können.
Die Saarland Heilstätten GmbH (SHG) bietet Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Form der Betrieblichen Suchtberatung eine professionelle Unterstützung im Umgang mit Suchtmittelerkrankungen. Sowohl Betroffene selbst als auch deren Kollegen und Vorgesetzte können sich vertrauensvoll an diese Stelle wenden, um über ihre Probleme zu sprechen. Die Betriebliche Suchtberatung vermittelt in Form von Seminaren, Schulungen und Vorträgen Informationen zum Thema Sucht und Gesprächsführung sowohl innerhalb der eigenen Häuser der SHG als auch bei Betrieben, Behörden und Schulen.

Helfen auch Sie Ihren betroffenen Kolleginnen und Kollegen. Schweigen Sie nicht, sprechen Sie die Problematik an. Wenn die Auffälligkeiten so groß geworden sind, dass sich die Personalabteilung einschaltet und eine Kündigung droht, ist die Entwicklung der Sucht schon so weit fortgeschritten, dass Hilfe kaum noch möglich ist. Wenden Sie sich an Ihren Betriebsrat oder Ihre Personalvertretung, wenn Sie unsicher sind und Fragen haben, diese Stellen haben sich mit dieser Problematik meist ebenfalls schon auseinander gesetzt.